A. Aschauer - Maureen Murdock meets Novalis - Die romantische Heldenreise als Rollenbild der Zukunft

Where have all the good men gone
and where are all the gods?
I'm holding out for a hero 'til the end of the night
He's gotta be strong
And he's gotta be fast
And he's gotta be larger than life!

Bonnie Tyler, Holding out for a hero

1984 waren, zumindest für Bonnie Tyler und ihre Fans, die Rollenbilder noch gut verankert und klar zuordenbar.
1990 entwickelt
Maureen Murdock, Psychotherapeutin, Autorin und filmaffine Photographin, aus dem kulturanthropologisch-phänomenologischen Modell der Heldenreise nach Joseph Campbell, ein psychologisch fundiertes weiblich orientiertes Modell ‚The Heroine’s Journey’.
Erste zwei Jahre später veröffentlicht Christopher Vogler seine Version der Heldenreise nach Campbell, die als ‚Hero’s Journey’ in Hollywood Geschichte schreibt, während ihr weibliches Pendant erst 20 Jahre später (wieder)entdeckt wird.

Der Sprung zurück in die Zukunft liegt in der Logline von Maureen Murdock ‚Woman’s Quest for Wholeness’. Damit spricht sie einen wesentlichen Unterschied zum männlichen Modell an, der dem ‚Call of Adventure’ folgt.
Der Wille zur Veränderung hat somit zwei konträre Ausgangssituationen. Nicht so bei Novalis, der bereits 1802 die gleiche Sehnsucht nach einer wiederzufindenden Ganzheit seinem Heinrich von Ofterdingen angedeihen lässt. Gibt es bereits seit damals eine ‚Romantische Heldenreise’ die sich an Maureen Murdocks weiblichen Modell orientiert?

Hier in Wigry schaffen wir den virtuellen Raum, in dem wir die beiden einander begegnen lassen, ihnen aktiv zuhören bei diesem Dialog und möglicherweise einen heilenden Ansatz finden.