E.B. Jahn - "Aber wir reden doch schon miteinander... !?": Wenn reden nicht mehr reicht? - Was können Embodimenttechniken für wirksame Paarberatung leisten?

Viele Paare verstricken sich genau über ihre verbalen Kommunikationsmuster immer weiter in ihrem frustrierenden Partnertanz. Viele Beratungsprogramme greifen über kommunikative Strategien und systemische Interventionen jedoch zu kurz. Erleben beginnt im Körper. Bei Konflikten streiten sich nicht nur die Geister, sondern auch die Körper! Biographische Narben werden berührt und alter Schmerz bestimmt das aktuelle Geschehen. Dabei sind die beiden Körper schon längst im Gespräch, bevor einer den Mund aufmacht!

Sprache und Verstehen sind aufs engste mit Bewegungen und Handlungen des Körpers verbunden. Unsere Gefühle weisen uns dabei den Weg, denn sie werden zu allererst im Körper spürbar. Sowohl beim Verstehen von Problemen als auch beim Formulieren erster Lösungsschritte sind sie daher einzigartige Navigations- und Vitalisierungssysteme.

Mit Hilfe von Embodimenttechniken, die aktuelle Befunde der Psychotherapieforschung (Embodiment) können wir Paare sinnvoll und effizient dabei unterstützen, aus ihrem frustrierenden Paartanz auszusteigen. Über den Körper gelangen sie so zu neuen Lösungen, Synchronie und Imitation schaffen Entlastung und fördern das gegenseitige Einfühlvermögen. Die mit Hilfe des Körpers sichtbar gemachten, oft unbewussten emotionalen Abläufe (emotionale Überlebensstrategien) leiten den notwendigen Perspektivwechsel ein und führen zu einem vertieften Verständnis des anderen.

Der Workshop gibt einen Überblick über Techniken und Vorgehenswiesen und vermittelt einen ersten Eindruck. Das vorgestellte Programm kann als Gruppenformat (bis zu vier Paare) oder im Einzelsetting durchgeführt werden.

Achtung! Selbsterfahrung ist möglich!

Literatur:
Pietrzak T., Hauke G. & Lohr, C. (2016). Connecting Couples Intervention: Improving couples’ empathy and emotional regulation using embodied empathy mechanisms. European Psychotherapy 13, 66-98.