J. Peichl - „Der kleine Narzisst in mir“- Problem oder Lösung? Ein hypnotherapeutisches Teilemodell für den Umgang mit den eigenen "Schwächen"

Narzissmus ist erst mal ein Persönlichkeitsmerkmal, welches durch ausgeprägten Egozentrismus und Selbstbezug zum Ausdruck kommt und sich bei vielen Menschen findet – der narzisstische Stil. Davon zu unterscheiden ist aber die sog. „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“ (NPS), einer extremen Ausprägung des Narzissmus, der den Alltag massiv beeinträchtigt. Neben dem sog. offenen, exhibitionistischen, selbstzentrierten und „kalten“ Narzissten (Superman/girl-Typus) gibt es einen zweite Ausprägung des Narzissmus, die häufig übersehen und fehldiagnostiziert wird: der verdeckte, selbstlose, moralische und „warme“ Narzisst (Mutter-Theresa-Typus) - beiden Typen liegt die gleiche Psychodynamik zu Grunde.

Und wie ist das bei uns selbst, mit dem „kleinen Narzissten“ in uns? Der Vortrag vermittelt kurz einen Überblick über die hypnotherapeutische Theorien zur Entstehung und Differenzierung der Störung und begreift in eine zweiten Schritt das „überheblich grandiose oder ängstlich selbstlose“ (zwei unterscheidebare Formen des Narzissmus) Verhalten eines Menschen als hochkompetente, wertzuschätzende Lösungsversuche für die dahinter verborgene Selbstwertproblematik im Selbstsystem. Ein innovative, teiletherapeutisches Konzept der Choreographie der Selbstanteile wird vorgestellt (Ego-State-Therapie) und Schlussfolgerungen für die „Eigen“-Therapie der „Störung“ gezogen.

Literatur:
Jochen Peichl (2015). Die narzisstische Wunde heilen. Das Zusammenspiel der inneren Selbstanteile. Stuttgart: Klett-Cotta
Jochen Peichl (2016). Warum es auch gut ist, Narzisst zu sein. München: Kösel Verlag

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