E. Pollani - Polyvagal-Therapie insight - Nutzen und Anwendungen in der Psychotherapie

Die von Stephan Porges entwickelte Polyvagal-Theorie hat bereits in viele therapeutische Methoden und Schulen Eingang gefunden:
Somatic Experiencing (Peter Levine) baut ganz stark auf dieser Theorie auf. Porges geht davon aus, dass jegliches menschliches Verhalten adaptativ ist oder es früher zumindest einmal gewesen war. Basierend auf der Forschung von Charles Darwin und William James stellt er ein 3-stufiges, phylogenetisch entwickeltes und hierarchisch angeordnetes Adaptationssystem vor. Adaptation heisst, dass ein Lebewesen sein Verhalten so ändern kann, dass es mit der Umwelt möglichst lange in Kontakt und dadurch am Leben bleiben und sich somit auch fortpflanzen kann. Was Porges nun beifügt ist das zuoberst an der Pyramide stehende phylogenetisch jüngste sogenannte Social Engagement System (SES). Dieses SES ist nur bei Säugetieren ausgebildet und kontrolliert das im Säugetier immer noch vorhandene Verhaltensrepertoire von Reptilien, dem Kampf- und Flucht-Modus. Zur Erklärung der neurobiologischen Grundlage der Funktionsweise dieser drei Adaptationssysteme dient die von Porges entwickelte Polyvagal-Theorie. Sie fußt ganz wesentlich auf eigentlich bereits schon längere Zeit bekannten anatomischen und physiologischen Forschungsresultaten.
Zur PVT gehört das Konzept der sogenannten Neurozeption. Darunter versteht Porges ein unbewusstes Überwachungsprogramm in unserem ZNS, welches 24 Stunden lang am Tag für uns die Umgebung nach Gefahr abtastet. Wenn die Situation sicher ist, können wir im sozialen Kontext entspannen und neue Erfahrungen machen - genau der Zustand, den wir uns für unsere Patienten zumindest einmal während der therapeutischen Sitzung wünschen. Sie lernen in diesem Workshop die wichtigsten Grundprinzipien der Polyvagal-Theorie und einfache Übungen, wie Sie dem neurozeptischen System Ihrer Patienten helfen können, sich mit Ihnen sicher zu fühlen.

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